simone roos . architektur

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  • Passivhaus Balzhofen, 2002 Wohnkomfort ohne Heizung

    Beschreibung:
    Das Einfamilienhaus steht am Rande eines kleinen Neubaugebietes in leichter Hanglage umgeben von Feldern und mit Blick in die Berge. Das lang gestreckte Grundstück mit süd-west Orientierung ist ein idealer Standort für ein Passivhaus. Der zweigeschossige schlichte, verputzte Baukörper mit Satteldach öffnet sich nach süd-westen, zum unverbaubaren Blick hin. Durch einen strengen Bebauungsplan waren Dachform, - neigung und Überstand vorgegeben; sogar das geplante Flachdach der Garage wurde leider nicht genehmigt.

  • Baukonstruktion:
    Das zweigeschossige Haus ist komplett unterkellert. Die Wände des Kellers sind in WU-Beton ausgeführt. Das Tragwerk der Aussenhülle besteht aus einem Stb-Skelettbau, der ausgemauert wurde. Beide Holzdecken und der Dachstuhl überspannen die gesamte Hausbreite, wodurch alle Innenwände als nichttragende Leichtbauwände ausgeführt werden konnten. Die Aussenwände sind mit 24cm Steinwolle, das Dach mit 36cm Isover (3x12cm) gedämmt. Auch der komplette Keller und die Bodenplatte sind gedämmt, um den Passivhausstandard zu erreichen. Die Fenster sind mit Dreischeiben-Isolierverglasung ausgestattet.

  • Beim Innenausbau wurde aufgrund Allergien der Bauherren viel Wert auf ökologische Baustoffe gelegt. Es wurde versucht auf sämtliche Kleber und schädliche Stoffe zu verzichten, alle Dämmaterialien und Baustoffe wurden sorgfältig geprüft. Auf Wunsch der Bauherren wurde alle gemauerten Innenwände mit Lehmputz versehen (bis zu 3cm), um das Raumklima noch zusätzlich zu verbessern.

  • Passivhauskonzept:
    Das Haus wird über eine Komfortheizung ständig mit Frischluft versorgt. Die Luft wird über einen Ansaugstutzen durch einen etwa 45m langen Erdwärmekanal angesaugt. Dabei wird die kalte Aussenluft durch die konstant höhere Temperatur im Erdreich erwärmt; im Sommer durch den Temperaturunterschied sogar ein bisschen abgekühlt.

  • Die angesaugte Luft wird über ein Leitungssystem im Bodenaufbau und in den Wänden in alle Aufenthaltsräume eingeblasen. In den Nebenräumen, wie Bad, Küche oder Ankleide, wird im erforderlichen Maße die Abluft abgesaugt und mittels eines sehr effizienten Wärmetauschers im Lüftungsgerät, wird die Wärme aus der Abluft auf die einströmende Frischluft übertragen. Dabei werden die Luftströme nicht vermischt, es gibt einen Zuluft- und Abluft-Kreis. Siehe Systemschnitt! Da im Zuluftstutzen ein Pollenfilter und im Lüftungsgerät ein Filter eingebaut ist, befinden sich weit weniger Pollen und Staub im Haus – dies ist ein angenehmer Nebeneffekt für Allergiker.

  • Haustechnik:
    Kontrolliert Be- und Entlüftet: Kompaktgerät mit Wärmetauscher und Warmwasserpumpe. Photovoltaik-Anlage: Die im Jahresdurchschnitt erreichten 3.250 kWh werden ins Netz gespeist. Zisterne zur Regenwassernutzung; zwei der drei WC´s und die Außenwasserhähne werden damit versorgt. Zentrale Staubsaugeranlage, Entkalkungsanlage und Nachtfreischaltung.

    Bauphysik: Dieter Herz, Weitnau
    HLS-Planung: IB Thomas Knecht, Wildpoldsried
    Statik: Häußler&Hartmann, Lindenberg
    Fotos: Simone Roos